ClassicSport-Umbau: Classic Racing Höcker

Yamaha XS650 CS

Als ich startete, ging ich davon aus, einfach einen alten von mir bereits vor vielen Jahren mal selbstlaminierten Höcker als geeignete Sitzbank verwenden zu können. Schon in den 90ern wollte ich den Teilehaufen meiner Erstmopete – einer XS 400 2a2 – zu einem Custombike aufbauen. Da ich damals aber recht frei von Wissen (noch viel freier als heute – wenn das überhaupt geht …), geeignetem Werkzeug, interessierten Experten und vor allem ein paar Mark war (…), starb das Projekt recht schnell. 🙄

Was übrig blieb, war der Höcker. Für mein Erstlingswerk sicher nicht schlecht. So ging ich also anfänglich davon aus, dieses Thema schon erledigt zu haben. Ich machte die Erfahrung, dass in einem solchen Projekt nichts erledigt ist, was nicht schon lackiert ist! Und selbst dann …
Wenn man anfängt, sich über Customizing konkrete Gedanken zu machen, wird man überall fündig. Impulse und Anregungen – für den Einsteiger zunächst ein riesiger Topf voll Fragezeichen – werden recht schnell zu einer kaum regelbaren Flut. Hier schnappt man was auf und da sieht man wieder ein tolles Bild. Es wird ja auf einmal auch so vieles möglich.
Letztendlich fand ich aber „die“ Form für meine XS. Angelehnt an die Optik der legendären „Yamaha TZ-750“. Dabei lag mein Interesse daran, wirklich „hauteng“ für den XS-Rahmen zu bauen. Kaufen kann man solche Höcker in Original-TZ-Maßen. Die sind dann aber zu kurz/lang oder an falscher Stelle zu breit oder …

Der Fachmann wird sicher lächeln, aber der Rohling war aus der Pappe einer alten Umzugskiste – mit Augenmaß und Paketklebeband gebaut und mit einer Zeitschrift daneben als Vorlage, einer scharfen Schere und mehreren Tassen Kaffe…

Natürlich ist ein Negativmodell wesentlich professioneller, da die Sichtseite direkt auf der glatten Oberfläche aushärtet und somit viel weniger Nacharbeit nach sich zieht. Es sei denn, man arbeitet sich in die gewünschte Form erst nach und nach herein und muss deshalb sowieso einen langwierigen Schleifprozess durchlaufen.
Optimal wäre sicher gewesen, einen perfekten Rohling aus Holz oder Styrodur angefertigt zu haben, dessen Maße alle sauber eingehalten sind. Auf den wäre dann die Form auflaminiert worden, die dann ihrerseits ein nahezu fertiges Endergebnis geliefert hätte.
Vielleicht mache ich das dann beim nächsten Mal so…

Nach einigem Schleifen und Spachteln und wieder Schleifen und Nachlaminieren und Schleifen und Spachteln und … Ich war dann doch recht zufrieden. 😎

 

Ich war schon einigermaßen gespannt, wie sich mein „TZ-Höcker“ auf meinem Rennerle machen würde. Ich sollte nicht enttäuscht werden … 


Am Ende gab’s noch ein wenig Anpassungsarbeit und schließlich hab ich dann noch ne Polsterung angefertigt, statt nur blank Moosgummi zu verkleben.

Ach ja – und dann hatte ich noch den Spleen mit der großen Rändelschraube … 😉 Davon dann in Kürze mehr!

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