Schrauben von der Stange

Vergrintet, vermurkst und ausgenudelt

Beschäftigt man sich mit der Reanimation in Ehren ergrauter – oder besser: „vergrinteter“ Motorräder und deren Agregaten, beglückt es doch das Schrauberherz, die vergrinteten, vermurksten, ausgenudelten und bisweilen auch rostigen Verbindungselemente durch neue, blitzeblanke zu ersetzen. :mrgreen: 

Ein ganz besonderer Genuß ist es dann, von den im letzten Jahrtausend herkömmlichen Kreuzschlitzschrauben …… auf Inbus umsteigen zu können. Nur zu oft findet man nämlich so abgenudelte Kreuzschlitze, dass kein Lösen mit dem Dreher mehr möglich ist. So stellt es bei rund 30 Jahre alten Vergasern weitestgehend den Regelfall dar. Natürlich bekommt man solche Schrauben mit dem Griff zum Seitenschneider meist ohne großen Aufwand los, aber die neuen Kerben beglücken nicht besonders das Auge und da man ja zudem konstruktiv in die Zukunft schaut, gewinnen derlei Gewindestifte nicht wirklich an Vertrauen… 😕 

Also kurzerhand den Schraubenkaufmann des Vertrauens anfunken und feines Edelstahl ordern! 😎

Der Austausch stellt für die Standardverschraubungen gewöhnlich kein Problem dar. Ruckzuck sind alle Deckelschrauben optimiert.

 

Wollen wir den Gasi aber, zwecks liebevoller Komplettwäsche, ganz zerlegen, stoßen wir unweigerlich auf den gemeinen Vergaserwurm.

Er fristet in der Regel eines ungestörten Daseins an der Chokestange und ist grundsätzlich kein Freund von Bewegung. 

 

Kaum eine dieser Schrauben habe ich jemals mit voll intaktem Kreuzschlitz vorgefunden – da ja Reindrehen bekanntlich leichter geht, als Rausdrehen … 🙄

Nun könnte man ja diesen kleinen Spezialisten direkt vom Hersteller nachordern, wird aber bei einer Teile- und schüchtern geäußerter Preisanfrage beim Freundlichen fast in den Herzinfarkt getrieben! Die Schrauben gibt es natürlich nur komplett mit ganzem Choke-Apparatschik – ergo: unbezahlbar! 😯

Also: das Runde ins Eckige kriegen! Macht man sich die Dinger in der Deluxe-Version eben selber! Kurz mal an die Drehe stellen und … tata!  😀

 

 

 

 

 

Ein Anblick, den das Schrauberherz erfreut!

    

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Schrauben von der Stange

  1. Moritz sagt:

    Wundervoll!
    Macht mir Hoffnung, auch mal einen Vergaser vernünftig in Stand zu setzen.

    Liebe Grüße 🙂

    • Wodit sagt:

      Hi Moritz,
      danke vielmals!
      Das rein Mechanische am Gasi ist echt kein Hexenwerk! 🙂
      Düsenwahl und Einstellung ist allerdings schon eher Erfahrungssache.
      Spätestens wenn die Fabrik-Konfiguration nicht mehr besteht, das Auspuffsystem geändert ist und auch schon bei Verschleißeffekten nach hoher Laufleistung können schon Veränderungen entstehen, die eine fachkundige Abstimmung erfordern. Allein um den Vergaser meiner XS6550 zur Mitarbeit zu überreden, hatte ich 10 Düsensätze in 0.25er Schritten geordert und der Reihe nach eingebaut (Gasi ausbauen, Düsen austauschen, Gasi einbauen und wieder Mist …) bis die Gasannahme endlich funzte… ;-).
      Da bei der Einstellung Gemischregulierung/ Luft, Standgas und Choke zusammenwirken, braucht man schon Erfahrung, welcher Effekt wodurch zustande kommt, um am richtigen Schräubchen zu drehen!

      In diesem Sinne, liebe Grüße zurück!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.