Rennstreckentraining Brünn 2012

Eigentlich im siebten Himmel …… und dann die Sinnkrise … (hoffe, Euch passiert das nie!)

Auf Veranstalter kann man sich nicht unbedingt verlassen! Sicherheitshalber klingelte ich eine Woche vor dem Termin nochmal an, um bei Speer zu erfragen, wie die Übernachtungsmöglichkeiten in Brno denn so wären. Bis auf ein unmotiviertes „Hotel“ ließ sich allerdings nicht viel in Erfahrung bringen. Von Campingversuchen wurde mir wegen der (angeblich omnipräsenten) Betondecke abgeraten. Die Variante in der Box zu schlafen traf degegen nicht auf meine freudigsten Jubelstürme. Also schoss mir wieder mal die „Dachzeltvariante“ durch den Kopf.

Flugs in die Bucht gespäht und tatsächlich noch drei Objekte der Begierde gefunden, von denen eins mittels Sofortkauf und eins mit rechtzeitigem Auktionsende gerade noch reingepasst hätte. Mit dem Sofortkaufmenschen wurde ich mir trotz mehrmaligen Feilschens net einig – und schwups war das Angebot auch plötzlich weg. Bei dem Angebot mit rechtzeitigem Auktionsende erhielt ich mit meinem Gebot – 10 Sekunden vor Auktionsende – den Zuschlag und übertölpelte damit wohl sogar den „Gebots-Roboter“ eines Mitbieters (so mein Verkäufer): Mein Maximalgebot gewann auf den letzten Pfennig! 😉

Nun stand das Abholen an und ich koordinierte die Tour gleich in Kombintion mit dem Renn-trainings-Event in Brünn.

Also: Hinfahren und Aufmontieren! 😉

Bei meiner nächtlichen Ankunft in Ostrovacice stellte sich sehr schnell heraus, dass Zelten durchaus gängig dort ist! Was soll man nun von der erhaltenen Auskunft der Speer-Mitarbeiterin nun halten? Wahrscheinlich war sie „nicht zuständig“ … 🙄

Wie dem auch sei – das Zelt stellte sich als Traum heraus! Ich habe noch nie so gut im Zelt geschlafen! Just perfect – in luftigen Höhen – dem (7.) Himmel „ganz nah“! 😀

Bei Tageslicht stand dann auch die erste morgendliche Kurzinspektion an:

Später konnten wir auch noch in die Race-Control rein und die Strecken-Überwachung unter die Lupe nehmen.

Eigentlich war alles perfekt!

Der zerschlissene Reißverschluss an der Kombi war erfolgreich getaped, die nicht ausreichend durchgeladene Batterie der Trixe war kurz und nachhaltig mittels Überbrückung in Startlaune versetzt worden, der Reifendruck stimmte irgendwann auch … und das Wetter wurde immer besser! 🙂

Endlich sollte es dann auf den Track gehen! Aber, was war los? Statt freudiger Erregung stellte sich innerer Widerstand ein! Recht unmotiviert quälte ich mich in den Vorstart. Dann kam das grüne Licht und die wilde Hatz ging los. Erst etwas gedämpft, aber stetigt anziehend gings in die langen Kurven. Normalerweise der Stoff, aus dem meine Träume sind … Nicht so heute …

Vor jeder Kurve fing ich an, an aufsetzende Fußrasten zu denken – in jeder Kurve wartete ich darauf, dass der Reifen abschmiert (was er partout nicht tun wollte) – zum Ausgang der Kurve kam ich eigentlich nur durch Zufall und fand natürlich die Linie überhaupt nicht, weil der Kopf noch hinten hing – und jedes Mal war ich abgehängt und musste über die Gerade wieder ranfahren – wo ich mich dann dauernd fragte, ob ich im richtigen Gang bin! So ’ne Sch…

Kurz: es war eine zähe, ätzende Quälerei … 🙁 

Danach ergriffen dann die Selbstzweifel erst vollends Besitz von mir. Ich konnte auf einmal überhaupt net mehr Mopett fahren! Die zunehmend diffuse Angst wurde ganz konkret und sogar der Lärm von der Strecke bedrückte mich.

Den vorhandenen harten Fakten, wie gut ich für meine Verhältnisse tatsächlich unterwegs gewesen war (mit der 83-PS-Trixe von 1998 im Vergleich zu den modernsten 4-Zyl-1000ern des restlichen Feldes) und den absolut traumhaft arbeitenden Pirelli-Slicks, war und bin ich bis heute nicht zugänglich. Ich konnte mich nach dem ersten Turn nicht mehr aufraffen, was sich auch nach einer Nacht nicht mehr änderte. Jedes Mal, wenn die Sehnsucht hochkeimte, schlug die Angst zu … Ich fuhr heim.

Das ist jetzt mein Thema …

Ihr könnt mich jetzt gerne „Weichei“ oder „Heulsuse“ nennen. Das tut mir nicht weh! Auch die verblasene Kohle tut mir net wirklich weh. Hab‘ echt ’n anderes Problem …

Euer Wodit

 

 

2 Kommentare zu Rennstreckentraining Brünn 2012

  1. Pumuckel sagt:

    Carsten,
    ein ganz normaler Vorgang, welcher uns alle irgendwann im Leben einholt.
    Das ist auch gut so und ich sehe das als positive Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Selbst kenne ich das Gefühl eines Sinneswandels nur zu gut :-).
    Am Ende passt es dann schon wieder.
    Also, lass Dir einfach Zeit!
    Lieben Gruss
    Hubert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.