FZ750 Heckrahmenrevision

Gewogen und für zu leicht befunden …

Die „richtige“ Sitzposition am Arbeitsplatz ist ja heute schon fast eine Wissenschaft für sich. In diesem Sinne war beim Aufbau der FZ eine gehörige Menge Hirnschmalz in ein Vario-Konzept für die Anhebung/ Senkung des Höckers geflossen. Vom Ansatz her teilweise mit edlen  Komponenten konstruiert, blieb die Idee allerdings hinter ihren Erwartungen zurück.

Die FZ war schon generell sehr niedrig und die Sitzhöhe konnte zudem auch bei maximaler Anhebung nicht zufrieden stellen. Mir wurde allerdings erst mit der Zeit bewußt, warum das so unbefriedigend war. Besonders bei voller Geradenbeschleunigung schienen  nämlich ein Paar cm Sitzhöhe für die Körperschwerpunktverschiebung nach vorne zu fehlen.

Ein wahrscheinlich noch stärkere Wunsch, das Heck mehr anheben zu können, stellte allerdings sicher der optische Eindruck der „Linie“ dar. 😉  Die Oberkanten von Tank und Höcker fluchteten nicht zusammen – es bestand der Eindruck einer Krümmung.

Also überlegte ich, ob ich mit einer längeren Vario-Stütze Abhilfe schaffen könnte und machte mich an die Demontage des Hecks. Dabei offenbarten sich jedoch ganz unerwartete Einsichten …!

Warum jetzt andere Wege gehen?

Der gesamte Heckrahmen wies massive Verformungen und Verbiegungen auf! Nicht nur, dass die Längsprofile einen Knick hatten, auch die Querstrebe war offensichtlich mit den aufkommenden Belastungen deutlichst überfordert gewesen.

Hinterher ist man bekanntlich (fast)   immer kluger, aber auch ohne Ahnung von Materialfestigkeiten schienen sich einige Schwachpunkte der alten Konstruktion nur zu logisch zu ergeben:

Die Längsstützen waren vor der effektiven Sitzposition abgestützt gewesen – d.h. die Belastung arbeitete direkt hinter der Stütze. Klarer Fall von zu schwerem Fahrer …!  :mrgreen:   

Die Aufhängung der Vario-Stütze ist sehr weit unter der Querstrebe, was die auftretenden Kräfte wie mit einem Hebel verstärkt. Die Kraftlinie geht dabei an der Querstrebe vorbei anstatt die Belasstung direkt auf sie abzuleiten und hat sie deshalb im Profil verformt.

Mit Blick auf die offensichtlich unterdimensionierte Materialfestigkeit hätten wir allerdings höchstwahrscheinlich eine verbogene Querstütze oder gerissenes Material/ Schweißnähte vorgefunden, wenn die Stütze mit der Querstrebe direkten Kraftschluss gehabt hätte.

Die neue Konstruktion sollte deshalb die aufkommenden Kräfte komplett abstützen – also eine Querstrebe deutlich weiter hinten haben um die Belastungen entlang der Kraftlinie aufnehmen. 

Die Neuanfertigung einer entsprechend langen Gewindestütze schied nach kurzer Überlegung aus Kosten- und Aufwandgründen aus. Insofern sollte der neue Rahmen starr und stabil sein und auf meine gewünschte Stellung maßgefertigt sein.  

 

… geil – Entensteiß! :mrgreen:

 Jetzt noch noch fein machen und dann lackieren.

2 Kommentare zu FZ750 Heckrahmenrevision

  1. Angstbremser sagt:

    Hallo MR.Wodit,

    für eine Nachtschicht scheint das ganze doch recht gut geworden zu sein :-)))
    Bin gespannt auf den ersten richtigen Einsatz des guten Stückes.
    Ich hoffe du bist noch ohne besondere Zwischenfälle nach Hause gekommen.

    Gruß Martin

    • Wodit sagt:

      Hi Mr. Angstbremser,
      ja, ich denke die Bilder sprechen für sich – haste echt solide gemacht!
      Nebenbei erwähnt finde ich beeindruckend, dass auch vom Gewicht nur minimale Unterschiede zum ehemaligen Aluteil bestehen.
      Bin sehr gut und glatt durch all die Baustellen gekommen – Kunststück: 1:30 … :mrgreen:
      Liebe Grüße, Wodit

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