Yamaha History – Superbikes

Die Ursprünge

Tatsächlich ernte ich schon mal unverständige Blicke und abfällige Gesten, wenn ich von meiner Leidenschaft für “alte” Motorräder anfange zu schwärmen. Neulich erst wollte mir jemand “klar machen”, daß es doch überhaupt keinen Sinn ergäbe, solchen immensen Aufwand mit einer 85er FZ zu betreiben und dann immer noch nicht an die Leistungsfähigkeit einer Serien-R6 von 2001 zu kommen …

Tja, hm – soll ich da missionieren? … nö! ;-)

Was uns daran begeistert ist der Spirit, der sich aus der Historie des Rennsports ergibt. Das die heutigen “Serien-R6-en” – so klasse Teile das auch sind – ohne die Tage des Donners der AMA völlig undenkbar wären, wird für den Skeptiker nie zum ziehenden Argument – für den Liebhaber aber wird es immer der Stoff sein, aus dem die Träume sind.

Superbike AMA Championship

Mike Baldwin #43; Wes Cooley #34; Wayne Rainey #60

Deshalb wollen wir hier nicht nur über unsere aktuellen Projekte und Planungen für Training, Racing und Tuning schreiben, sondern auch ein wenig der Historie und den Quellen unserer Leidenschaft Respekt zollen! :-)

Was heute allgemein als “Superbike” bezeichnet wird, ist ein Sport-/Rennmotorrad mit einem Hubraum von ca. 1000 cm³ was auf die Definition der FIM Superbike-Weltmeisterschaft Ende der 80er Jahre zurückgeht. Bis 2003 fuhren in dieser “seriennahen Rennsportklasse” auch noch Motorräder von 750 cm³ – ähnlich dem AMA-Leistungsreglement, daß ja neben ordentlich aufgepumpten Literboliden in der 700er Rennklasse auch die FZ 750 zuließ.

In diesen “frühen Tagen” fuhr man mit breitem Lenker und der Drift durch die Kurve wurde vom schwammig-schwingenden Rahmen rhythmisch pulsierend unterstützt.  Insofern fand die schier brachial angewachsene Motorkraft ihre Grenzen meist recht schnell an der Stabilität der Fahrgestelle jener Tage (und überschritt sie nur zu oft!). Die Runden auf dem Kringel arteten regelmäßig zu Husarenritte mit sehr viel unkalkulierbarem Risiko aus… Die Entstehung einer Vielzahl von Rahmenveredlern wie Martin, Egli oder Rickmann sind so zu erklären – und die Lernprozesse der Hersteller bezüglich Rahmenbau und Fahrwerkstechnik resultierten nicht zuletzt aus den Erfahrungen jener Jahre und dem intensiven Mitwirken der Fahrer à la Randy Mamola, Eddie Lawson oder auch “Fast FreddySpencer.

Während die erste regelrechte Superbike-WM erst 1988 stattfand, hat es in den Vereinigten Staaten mit der AMA-Superbike Championship bereit ab 1976 eine Rennserie gegeben, in der solch großvolumige 4-Takter wie beispielsweise die Kawasaki Z1 mit ihren 900 cm³ zum Einsatz kamen.

AMA Superbike Championship

Eddie Lawson ’82 – damals noch – auf Kawa Z1 beim Eisenbändigen

Aus jenen Tagen ging dann in den 80ern auch die FZ 750 hervor. Yamaha ging damals, anstatt auf Hubraum zu setzen, einen anderen Weg zur Leistungsoptimierung und verfolgte vor allem eine Philosophie des optimierten Gaswechsels per 5-Ventiltechnik. Zudem hatten die Erkenntnisse der ersten Jahre schon Früchte getragen, so daß sich die FZ von Anfang an durch eine hoch-verwindungssteife Profilrahmenkonstruktion auszeichnete. Diese war zwar noch aus simplem Stahlblech, ließ aber aus heutiger Sicht schon erahnen, welches Potenzial von den Yamaha-Konstrukteuren in dem Konzeptansatz erkannt wurde, der – konsequent weitergedacht – zwangsläufig zu heutigen Leichtbaukonzepten aus Alu und Verbundstoffen führen mußte.

Aus der Ahnengalerie

Nun – konzeptionelle Überlegenheit kannten die Yamaha-Konstrukteure schon aus noch früheren Tagen. Damals hieß das Motorrad TZ 750 (ein großartiger Artikel!) und das Ergebnis läßt sich schnell wieder hervorkramen: Wer damals nicht TZ fuhr, fuhr nicht mehr mit … :mrgreen:

Yamaha AMA Vintage Racer Classic Sport

Bis dann das Reglement so verändert wurde, daß die TZ nach und nach ausgeschlossen wurde. Ob die FZ jemals ihre Überlegenheit hätte ähnlich ausspielen können, ist heute nur noch zu spekulieren. Daß sie sich allerdings wenig Freunde in den Lagern der Konkurenz machte – auch wenn sie dafür nur wenig Zeit hatte – ist bewiesen. ;-)

In der AMA holte nämlich 1986 kein einziger Fahrer einer amerikanischen Maschine einen Sieg und die Proteste gegen die japanischen Motorräder à la Gixxer und FZ häuften sich immer mehr. Obwohl nach AMA-Regel im Rahmen der Hubraumtoleranz (50 +/- ccm) liegend, fand sich für die Hinterherfahrer kein anderes Argument gegen die FZ, als ihre Vorwürfe gegen genau dieses Mehr an Hubraum in der 700er Klasse zu richten. Schließlich gab die AMA nach und untersagte für 1987 die Starts mit 750er Motoren. Das jähe Ende der FZ 750.

Um so mehr ein Grund für uns, den “Spirit of FZ 750″ wieder aufleben zu lassen!

Das verwendete Bildmaterial soll meinen Respekt ausdrücken. Falls jemand seinen begründeten Anspruch an den Fotos geltend machen möchte, werde ich die Fotos sofort von der Seite entfernen oder gem. Absprache verlinken.

Bitte nehmen Sie hierzu Kontakt mit mir auf: wodit [at] cco-classicracing [dot] de

 

4 Kommentare zu Yamaha History – Superbikes

  1. Konrad Schittko sagt:

    Wo sind denn die schicken Gfk Teile der FZ750 her ?
    Gruß
    Konrad Schittko

    • Wodit sagt:

      Hallo Konrad,
      die FZ im Bild war von einem Freund, der sie dann (leider) weggegeben hat. Der Aufbau war vor unserer Bekanntschaft. Meine aber mich erinnern zu können, dass er mal erzählte, die Originalteile einfach mit Gfk überarbeitet zu haben. Da die Sitzbank eine deutlich authentischere Optik bewirkt, als der bei meiner FZ verbaute OW-01-Höcker, entwickel ich auch gerade eine Form für die Originalbank als Einmannhöcker.

      Gruß, Wodit

  2. Armin Schulschefski sagt:

    Hallo, suche für Yamaha FZ eine Racing Sitzbank. Können sie mir helfen.mfg

    • Wodit sagt:

      Hallo Armin,
      ja – kann ich! 😉
      Entweder in der moderneren Form mit einem OW-01-Höcker, oder klassisch. Letzterer ist dann länger als der Moderne und kommt in der Form der Originalsitzbank.

      Grüzze, Wodit

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