Spieglein – Spieglein

Vibrationsvernichter!

Manchmal erkennt man die Überlegungen der Konstrukteure erst, wenn deren Konzept seinen Geist aufgibt. Ich fuhr und es klapperte. Zunehmend begann es mich zu nerven. Ich schaute – vornehmlich auf holprigen Straßen, mit den dadurch erschwerten Richtungsbemühungen – über die Gabelbrücke, die Quelle der akustischen Emissionen zu lokalisieren – vergeblich! Doch irgendwann näherte sich mein im Knitterfrei verpacktes Ohr doch noch dem Quell des Stressers: der linke Spiegel!

Offensichtlich, und mir bis dato nicht bekannt, war im geschlossenen Spiegelgehäuse ein Schwingungsvernichter eingebaut, der mir auch bei 160Km/h noch einen verzerrungsfreien Blick auf meine Ellenbogen schenken sollte! 😀 

Bei dem Spiegel handelte es sich um ein Originalteil der inzwischen schon über 30 Jahre alten Maschine. Für mich mit all meinen alten Kisten und entsprechenden durch die Jahre und abgespulten Kilometern angesammelten Zubehörteilen tatsächlich ein Novum! Sei es ihm vergönnt, dass er nach drei Jahrzehnten dann doch mal der Schüttelei nachgeben wollte? Nein – natürlich nicht! 😈 

Eine Neuanschaffung wird nahezu in Gold aufgewogen – Gebrauchtteile in Platin! 😯 . Insofern blieb nur die Order beim Aftermarket. Keine gute Wahl – bei 80 Km/h klappte das zumindest original aussehende Zubehörteil im nicht einstellbaren Kugelkopf um und ich sah nur noch meine Hand und den Kupplungsbehälter. Das reklamierte und prompt nachgelieferte Ersatzteil des Anbieters schaffte es immerhin bis 90 Km/h! Es soll aber nicht den Eindruck machen, dass grundsätzlich Links für Schwächeln steht: bei 120 Km/h knickte auch der rechte Zubehörspiegel runter.

Und auch der rechte Originalspiegel zeigte bei dessen Demontage ein vertrautes Klackern… 🙄 

Also lag für mich auf der Hand, beide Originalspiegel zu richten. Irgendwie musste der Vibrationsvernichter im Gehäuse fixiert werden! Klar war, dass ein Eingriff unumgänglich war. Also gut: Aufbohren und mit 2 Komponenten-Flüssigkunststoff füllen, der dann im Gehäuse aushärtet. 💡 

Erstmal beherzt 2 Löcher in die höchste Stelle gebohrt. Eins zum Einspritzen und eins für den Druckausgleich.

Dann 2-Komponenten-Kunststoff angerührt. Es zeigte sich, dass ich gute 100g pro Spiegel benötigte.

Und dann aber hurtig rein damit – Härtungszeit etwa 3 Min!

 

 

Beim Aushärten wird Hitze frei, der Kunststoff dehnt sich aus und drückt mehr als schlüssig aus dem Loch heraus. Er verbindet sich nicht mit anderen Materialien und läßt sich gut wieder abziehen, wo er durch- und drübergelaufen ist. Harte Überstände können mit dem Cutter abgeschnitte werden.

Und dann:

 

Da wird nie weider etwas klackern! :mrgreen: 

 

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